Anwendungsbeispiel für Hanf-Leichtlehmschüttung:
Fußbodendämmung gegen Erdreich
lastabtragend, in Kombination mit Glasschaum-Granulat - ein reiner Trockenaufbau
In den an das Erdreich angrenzenden Bauteilen ist das Risiko von Bauschäden besonders groß. Daher muss hier ganz besonders auf eine sorgfältige Ausführung geachtet werden.
Beispielsweise erlebt man oft, dass hier verrottungsfestes (was ja schon mal gut ist), aber nicht druckfestes Dämmmaterial eingebaut wird. Da das Dämmmaterial nicht druckfest ist, wird es zwischen Balken eingeschüttet. Dem Dämmmaterial wird nichts passieren. Leider wurde nicht bedacht, dass Holz nicht verrottungsfest ist.
Daher ist es sinnvoller, hier Dämmmaterialen einzusetzen, die druckfest und feuchtestabil sind, so dass auf eine tragende Holzkonstruktion verzichtet werden kann.
Im folgenden wird ein reiner Trockenaufbau vorgestellt, der ganz ohne jeglichen Nassestrich auskommt.
Die wesentlichen Schichten im Einzelnen:
- Untere Dämmschicht: Glasschaum-Granulat
Glasschaum-Granulat ist ein ideales Dämmaterial im Erdbereich. Es ist absolut verrottungsfest, druckstabil und kapillarbrechend. Es kann ohne Probleme direkt gegen Erdreich eingesetzt werden.
Zwischen Erdreich und Glasschaum-Granulat wird ein Geotextilvlies eingelegt. Dieses dient als reine Trennschicht, damit sich beide Materialien nicht vermischen und dadurch der Dämmeffekt sinkt.
Das Glasschaum-Granulat wird nach Einbringen um den Faktor 1,3 verdichtet, die End-Schichtdicke sollte nicht weniger als 15 cm betragen.
- Obere Dämmschicht: Hanf-Leichtlehmschüttung
Die Hanf-Leichtlehmschüttung wird auf einer weiteren Lage Geotextilvlies geschüttet und verdichtet.
Sollte mit einem erhöhten Feuchteeintrag aus dem Erdreich gerechnet werden, muss die Hanf-Leichtlehmschüttung dagegen sicher geschützt werden. Häufig ist dies insbesondere zur Seite hin notwendig, um einen Schutz vor aufsteigender Feuchte im Mauerwerk zu gewährleisten. Aber auch nach unten darf man nicht sicher davon ausgehen, dass hier keine Abdichtung notwendig ist. Hier ist nach Lage der Dinge im Einzelfall zu entscheiden.
- Oberer Abschluss: Nur diffusionsoffene, kapillar leitfähige Baustoffe verwenden!
Ggf in der Hanf-Leichtlehmschüttung anfallende Feuchtigkeit kann, insbesondere wenn darunter abgedichtet wurde, nur dann entweichen, wenn die oberhalb der Dämmung verwendeten Baustoffe sämtlichst ausreichend diffusionsoffen und kapillar leitfähig sind.
Daher ist ein Trockenestrichabschluss nur mit Naturholz durchführbar (Holzwerkstoffplatten können nicht verwendet werden).
Weitere Details zum oberen Abschluss finden Sie auf der Seite des Anwendungsbeispiels Zwischendecke mit sehr guter Trittschalldämmung
Bitte beachten Sie auch die allgemeinen Verarbeitungshinweise für die Hanf-Leichtlehmschüttung, sowie die Informationen zum Glasschaum-Granulat