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Tag der offenen Tür
(Freitag, 9. Juli,13-18 Uhr)
beim NaturBauHof
in Roddahn
verpasst ???

Alle, die uns und unsere Angebote schon immer einmal kennen lernen wollen, laden wir jederzeit herzlich ein zur

Besichtigung unserer Räume,
mit vielen Gestaltungsvarianten, Farbbeispielen und Materialproben rund um ökologisches Bauen
 

Bitte vorab Termin vereinbaren. - Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

NaturBauHof
Zentrum für umweltgerechtes Bauen
Roddahner Dorfstr. 20,
16845 Neustadt GT Roddahn
Tel. 033973-80929
www.naturbauhof.de
 
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Funktionsweise von Pflanzenkläranlagen

Pflanzenkläranlagen sind Kleinkläranlagen, die im naturnahen Verfahren Abwasser in zwei Reinigungsstufen (mechanisch und biologisch) behandeln und anschließend versickern, sammeln oder in Fließgewässer leiten.
 
Ihre Größe ist abhängig von der Anzahl der angeschlossenen Einwohner (EW) bzw. von der zu erwartenden Abwassermenge.

 
Pflanzenkläranlage - Schnittzeichnung
 
 
 
 
Dreikammergrube aus Betonringen
Dreikammergrube aus Betonringen
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2 hintereinander geschaltete PE-Schächte
2 hintereinander geschaltete PE-Schächte
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1. Reinigungsstufe:   Mechanische Vorreinigung

Das Abwasser wird vom Haus zur Vorklärung in eine Mehrkammergrube geleitet. Hier werden absetzbare Stoffe und Schwimmstoffe zurückgehalten.

Je nach Größe der Grube spricht man von einer Absetzgrube (500-700l/EW) oder von einer Ausfaulgrube (1500l/EW). Bei einer Ausfaulgrube finden neben den rein mechanischen Absetzvorgängen bereits anaerobe biologische Abbauprozesse statt.
Nach wie vor ist es in der Fachwelt umstritten, welche Grubengröße die besseren Ergebnisse für eine weitere Behandlung auf dem Schilfbeet bringt und wird auch von Behörden unterschiedlich genehmigt. Für die kleine Variante sprechen neben den geringeren Investitionskosten, dass das Wasser frischer und somit sauerstoffreicher auf das Beet gelangt, was die Abbauprozesse der Bakterien begünstigt. Für die große Variante sprechen das größere Schlammsammelvolumen und die größere Sicherheit, keine abfiltrierbare Stoffe auf das Beet zu leiten.

Vielerorts werden inzwischen große Gruben verlangt. Da wir mit den kleinen Gruben jahrelang gute Erfahrungen gesammelt haben, bauen wir sie aber nach wie vor dort ein, wo die Behörde es genauso sieht. (siehe: Rechtliche Bestimmungen für den Bau einer Pflanzenkläranlage)

Neben der Entscheidung für die richtige Größe der Vorklärung kann auch im Material zwischen Beton und PE gewählt werden. Beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile, die aufgrund des Baugrundes, des Grundwasserstandes, der Befahrbarkeit des Grundstücks und der Jahreszeit gegeneinander abgewogen werden müssen.

Mehr dazu finden Sie hier: Vor- und Nachteile von PE- und Betonschächten

Ist eine dichte Mehrkammergrube in ausreichender Größe auf dem Grundstück vorhanden, so kann diese auch weiter verwendet. Vorhandene Sammelgruben können entweder gekammert oder durch neue Gruben ergänzt werden.

Der anfallende Schlamm muss nach Bedarf geleert werden. Im Rahmen der alljährlichen Wartung wird die Höhe des Schlammspiegels gemessen. Erfahrungsgemäß ist eine Abfuhr nur alle paar Jahre nötig.

Ideal ist die Kombination mit Komposttoiletten, da hierdurch das Wasser weitestgehend von Feststoffen befreit wird und die mechanische Vorreinigung kleiner ausgelegt werden kann.
Der NaturBauHof bietet neben Trockentoiletten auch Komposttoiletten-Systeme für Wasserspültoiletten an: AQUATRON

Mehrkammerabsetzgruben können vorübergehend auch am Ablauf geschlossen und als Sammelgruben benutzt werden, wenn die Ausführung des Schilfbeetes erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen soll.


Beschickung

Blick in Pumpenschacht mit Pumpe
Blick in Pumpenschacht mit Pumpe
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Das vorgereinigte Wasser wird in einem Beschickungsschacht geleitet. Im Flachland ist in der Regel eine Pumpe nötig, um das Wasser schwallweise auf das Beet zu pumpen. Wir verwenden hierfür eine einfache Tauchpumpe aus Edelstahl mit Schwimmerschaltung, die nur wenig Strom verbraucht (ca. 3-5 kWh/Person /Jahr).

Bei genügend großem Gefälle kann auch ein mechanischer Schwallbeschicker eingebaut werden. Bei kleinen Beeten mit geringer Nutzung (max. 4 EW) kann der Zulauf beim Einbau eines Horizontalbeetes (s.u.) auch kontinuierlich direkt aus der letzten Kammer der Vorklärung erfolgen. Der erforderliche Höhenunterschied zwischen Erdniveau am Haus und Auslauf an der Beetsohle vom Schilfbeet beträgt ca. 150cm in Abhängigkeit von der Lage des Abwasserrohres am Haus. Wer es genauer wissen möchte kann sich gerne an uns wenden. Wir helfen Ihnen auch gerne dabei: Kontakt.


2. Reinigungsstufe:   Biologische Reinigung im Schilfbeet

Vertikalbeet mit Folie ausgelegt
Vertikalbeet mit Folie ausgelegt
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Einbringen von Kies in ein Horizontalbeet
Einbringen von Kies in ein Horizontalbeet
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Das Schilfbeet wird mit einer PE-Folie abgedichtet, mit einer klar festgelegten Mischung von gewaschenen Kiesen unterschiedlicher Korngrößen gefüllt und mit Schilf (Phragmites australis) bepflanzt.
 
Das Abwasser wird dort über Verteilerrohre verteilt und durchströmt den bewachsenen Sandfilter. Auf der Beetsohle wird das gereinigte Wasser in Drainrohren gesammelt und zum Auslauf geleitet.
 
Je nach Anlagentyp erfolgt die Durchströmung des Beetes in horizontaler oder vertikaler Richtung:

 
 
Systemskizze - Horizontalbeet - Vertikalbeet
Horizontalfilter:
Bei einem Horizontalfilter wird das Abwasser unterirdisch über einen Sickerstrang auf einer Seitenlänge verteilt und durchströmt den Bodenfilter von einer Seite zur anderen, also horizontal. Es kann sowohl ein kontinuierlicher Abwasserzulauf (mittels Gefälle) als auch eine stoßweise Beschickung (Pumpe oder Kippheber) von der Vorklärung in den Bodenfilter erfolgen.
Vertikalfilter:
Bei einem Vertikalfilter wird das Abwasser auf der gesamten Beetfläche verteilt und durchströmt den Bodenfilter von oben nach unten, also vertikal. Um eine gute Verteilung auf dem gesamten Beet zu erreichen, muss dieser Beettyp in jedem Fall schwallweise beschickt werden.
 

Bei der Passage des Wassers durch den Boden finden an den Bodenpartikel und Wurzeln Abbauprozesse statt, durch die das Wasser gereinigt wird, so dass es am Auslauf die erwünschte Qualität erreicht. Das Schilf sorgt dabei in erster Linie für die Sauerstoffversorgung im Boden und schafft damit in seinem Wurzelraum einen idealen Lebensraum für eine Vielzahl an Mikroorganismen, die an den Abbauprozessen beteiligt sind.


 
 

Kontrolle und Ableitung des gereinigten Wassers

Auslauf in einen Bach
Auslauf in einen Bach
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Bepflanzte Versickerungsmulde
Bepflanzte Versickerungsmulde
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Am Auslauf des Schilfbeetes wird ein Kontrollschacht gesetzt. Hier können die regelmäßig geforderten Wasserproben entnommen werden und das Beet mittels Aufstauvorrichtung nach Bedarf angestaut werden (wichtig in der Anwachsphase oder während des Sommerurlaubs).
 
Für den Verbleib des gereinigten Wassers gibt es verschiedene Möglichkeiten:
 

  Versickerung
Eine Versickerung ist nur bei entsprechendem Boden (Sand, Kies, sandiger Lehm) und ausreichendem Abstand zum Grundwasser (> 150cm) möglich.
Die einfachste Form ist eine flache offene Versickerungsmulde, in die das Wasser mit freiem Gefälle geleitet wird. Diese kann auch bepflanzt oder mit groben gewaschenen Kies aufgefüllt werden.
Die Verlegung von unterirdischen Versickerungssträngen ist mit relativ viel Aufwand bei den Erdarbeiten verbunden. Manchmal können jedoch auch bereits vorhandene Stränge weiter genutzt werden. Günstig und oft auch gefordert ist eine schwallweise Beschickung der Stränge, die jedoch eine Pumpe im Kontrollschacht erfordert.
Eine Teichrandversickerung über einen sogenannten Schönungsteich ist auf jeden Fall ein schöne, aber auch aufwendige und kostenintensive Variante, die sich jedoch anbietet, wenn man sowieso einen Gartenteich anlegen möchte. Die Kombination mit einem Schwimmteich ist allerdings trotz guter Ablaufwerte aufgrund der Restinhaltstoffe des gereinigten Abwassers nicht zu empfehlen.
 

  Einleitung in ein Fließgewässer
Bei sehr bindigen Böden (Lehm, Ton) oder bei zu geringem Abstand zum Grundwasser ist die Einleitung in ein Fließgewässer, sofern in der Nähe vorhanden, die einfachste Lösung.
Hierfür muss jedoch zusätzlich die Genehmigung vom zuständigen Wasser- und Bodenverband eingeholt werden.
 

  Verregnung bzw. Verrieselung
Das anfallende Wasser kann auch in einem Wasserspeicher, z.B. in Form eines abgedichteten Teiches oder PE-Tank, geleitet und zur Gartenbewässerung benutzt werden. Bei ausreichender Dimensionierung für die vegetationsfreie Winterperiode kann auf diese Weise ein abwasserfreies Grundstück erreicht werden.


 
 

Vorschriften zur Größe von Pflanzenkläranlagen

(EW = angeschlossener Einwohner)

Vorklärung: abhängig von den jeweiligen Ländervorschriften 500 bis 1500 l/pro EW, mindestens 3 cbm
Vertikal durchströmtes Schilfbeet: 4 qm/EW, insgesamt mindestens 16 qm (für 4EW)
Horizontal durchströmtes Schilfbeet: 5 qm/EW, insgesamt mindestens 20 qm (für 4EW)
Versickerungsmulde: 1 bis 2,5 qm/EW (d.h. 4-10qm für 4EW)
Versickerungsstränge: 6 lfm/EW (d.h. 24lfm für 4EW)
Ablaufwerte: - 150mg/l CSB (Chemischer Sauerstoffbedarf)
- 40mg/l BSB5 (Biologischer Sauerstoffbedarf)
Die Werte werden von unseren Anlagen in der Regel weit unterschritten

 
 

Weitergehende Behandlung

Es gibt Standorte oder Gegebenheiten, die besonders hohe Anforderungen an die Ablaufwerte stellen, z.B.:

Hierfür gibt es verschiedene Verfahren, die wir nach Bedarf anbieten:

 
 
 
 

Unter fachlicher Anleitung können Pflanzenkläranlagen ohne Probleme im Eigenbau errichtet werden!

Haben Sie Interesse? Dann schauen Sie sich doch mal unseren Bausatz für Pflanzenkläranlagen mit Anleitung zur Eigenleistung genauer an!

 
 

Download:

Infoblatt:

Fragenkatalog:
Fragen zur Machbarkeit eines Pflanzenkläranlagen-Projektes, die sich auch per Email im Vorfeld klären lassen.

 
 
 
 
 
 
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Faltblatt:  'NaturBauHof - Zentrum für umweltgerechtes Bauen'  -  (pdf-Datei, 2 Seiten, DIN A4)