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Gibt es keine Geruchsbelästigung?
Abwassergeruch entsteht nur, wenn Abwasser an die Oberfläche tritt und dabei auch noch bewegt wird. Die Einleitung des vorgereinigten Abwassers in unsere Pflanzenkläranlagen erfolgt jedoch bei den horizontalen Beeten unterirdisch und bei den vertikalen Beeten durch ein kiesbedecktes Verteilersystem. Das Abwasser wird somit direkt in den Filter geleitet und eine Geruchsbelästigung ist bei normalen Betrieb nicht möglich. Allenfalls in den kurzen Phasen des Aufstauens kann es vorübergehend zu Gerüchen kommen.
Friert die Anlage im Winter nicht ein?
Wenn eine Pflanzenkläranlage richtig eingebaut wurde und nach Betriebsanleitung betrieben wird, ist bis -10°C kein Einfrieren zu befürchten. Dies hat mehrere Gründe: frisches Abwasser besitzt eine Temperatur von mindestens 8°C, der Gefrierpunkt von Abwasser liegt durch seinen hohen Salzgehalt erst bei ca. -2,5°C, die stattfindenden Stoffwechselprozesse setzen Energie in Form von Wärme frei, bei richtigem Filtermaterial und -einbau gibt es kein stehendes Wasser, das die abgestorbenen Schilfpflanzen bietet einen guten Schutz.
Dennoch kann es unter extremen Umständen (>-10° Dauerfrost) zu Einfrierproblemen kommen, vor allem dann, wenn mehrere ungünstige Faktoren zusammenkommen: neu gebautes Beet mit geringem Schilfbewuchs, geringe oder nur periodische Nutzung, schlecht versickerungsfähiger Boden und damit Rückstau beim Auslauf. In solchen Fällen kann es ratsam sein, Ein- und Auslaufbereich des Beetes mit Stroh zu schützen.
Zieht eine Pflanzenkläranlage Mücken an?
Die Larven der Mücken leben in stehenden Gewässern. Eine Pflanzenkläranlage ist jedoch kein Teich, sondern ein mit verschiedenen Sanden gefüllter durchfeuchteter Beetkörper ohne Wasserfläche. Jede Regentonne bietet bessere Lebensbedingungen für die kleinen Blutsauger.
Wie lange funktioniert so eine Anlage?
Pflanzenkläranlagen werden erst seit 10 Jahren im größeren Umfang gebaut, so dass die Erfahrungen bzgl. ihrer Lebensdauer noch nicht hinreichend sind, um genaue Aussagen treffen zu können.
Die Lebensdauer ist in erster Linie durch die Haltbarkeit der Folie begrenzt. Je besser diese abgedeckt und vor UV-Licht geschützt ist, desto länger kann sie halten. Der Sandfilter kann sich bei ausreichender Dimensionierung immer wieder selbst regenerieren. So gibt es Anlagen, die bereits seit 30 Jahren in Betrieb sind und keine Verschlechterung der Werte zu verzeichnen haben.
Vorsichtig ausgedrückt, können mindestens 15 Jahre Lebensdauer angesetzt werden.
Ist eine Baugenehmigung nötig?
Nein, Kleinkläranlagen (und dazu zählen Pflanzenkläranlagen) bis 8cbm Abwasser/Tag sind baugenehmigungsfrei. Es ist lediglich eine wasserrechtliche Erlaubnis bei der Unteren Wasserbehörde vom Landkreis einzuholen.
Was ist besser, ein horizontal oder ein vertikal durchströmtes Beet?
Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Manche verbinden horizontale Beete automatisch mit einer kontinuierlichen Beschickung im freien Gefälle und vertikale Beete mit einer Schwallbeschickung. In dem Zusammenhang wird oft von schlechteren Werten bei den horizontalen Beeten gesprochen. Wir bauen bei uns in der Niederung oft horizontale Beete mit Schwallbeschickung und sind mit den Ablaufwerten ausgesprochen zufrieden. Deshalb treffen wir die Entscheidung ob horizontal oder vertikal aufgrund der örtlichen Gegebenheiten: ist wenig Platz vorhanden, werden eher die kleineren vertikalen Anlagen gebaut. Steht das Grundwasser sehr hoch und es soll versickert werden und der Platz ist vorhanden, bieten sich die flacheren Horizontalbeete an. Große Anlagen sind in der vertikalen Form günstiger, da weniger Folie benötigt wird.
Die Frage kann also nur anhand der örtlichen Situation diskutiert werden.
Was ist besser, eine Grube aus Beton oder eine aus PE?
Betongruben in Ringbauweise sind in der Regel günstiger als PE-Tanks und werden deshalb viel eingesetzt. Sie müssen jedoch regelmäßig einer Dichtigkeitsprüfung unterzogen werden. Wenn die Situation beim Einbau schwierig war (schlechtes Wetter, enge Grube o.ä.) kann es in seltenen Fällen zu Undichtigkeiten kommen.
PE-Schächte sind garantiert dicht, wenn sie beim Einbau keinen Schaden erlitten haben. Sie sind eine gute Alternative in grundwassernahen Gebieten, auf Grundstücken, die nicht mit schwerem LKW befahren werden können und in frostgefährdeten Zeiten. Eine Entscheidung kann nur anhand der konkreten Situation getroffen werden.
Eine detaillierte Betrachtung zu dieser Frage finden Sie hier: Vor- und Nachteile von Beton- und PE-Schächten.
Wie viel Gefälle braucht man, um auf eine Pumpe verzichten zu können?
Der erforderliche Höhenunterschied zwischen Erdniveau am Haus und Auslauf an der Beetsohle vom Schilfbeet beträgt ca. 150cm in Abhängigkeit von der Lage des Abwasserrohres am Haus. Wenn Sie es genauer wissen möchten, können Sie sich mit dieser Frage gerne an uns wenden. Wir helfen Ihnen gerne dabei. Kontakt
Was passiert mit dem Schilf? Muss das jedes Jahr gemäht werden?
Hierzu gibt es unterschiedliche Meinungen. Unsere Erfahrungen zeigen, dass eine Mahd der Beete eigentlich gar nicht oder max. alle 5 Jahre erforderlich ist. Häufigeres Mähen und damit auch Betreten den Bodenfilters trägt nur ungünstig zu einer Verdichtung der oberen Schicht bei. Im übrigen sorgt das nicht gemähte Schilf für eine gut isolierende Streuschicht, die im Winter gegen Frost und im Sommer vor Trockenheit schützt.
Vertrocknet das Schilf nicht, wenn die Anlage nur selten genutzt wird oder nur wenig Wasser anfällt?
Unsere Anlagen werden alle mit einem Aufstau im Kontrollschacht versehen, der nach Bedarf hochgezogen werden kann, um das Wasser im Beet zu halten. Damit kann flexibel der Wasserbedarf des Beetes gesteuert werden. Bei sehr selten benutzten Beeten ist der Aufstau i.d.R. im Sommer mindestens bis zur Hälfte hochgezogen. Da kann das Wasser im Extremfall komplett im Beet verdunsten. Im Winter muss dieser Aufstau aber unbedingt runtergelassen werden, damit das Beet nicht einfriert.