Hohlraumdämmung einer Holzbalkendecke
In der Regel gibt es bei der Sanierung einer Holzbalkendecke wenig Höhen-Spielraum für einen größeren Aufbau auf den Holzbalken. Daher muss in vielen Fällen der Raum zwischen den Balken für eine Füllung genutzt werden.
Die 'Hanf-Leichtlehmschüttung' kann sehr gut als Hohlaumschüttung in einer Holzbalkendecke eingesetzt werden. Sie besitzt ein höheres Gewicht als einfache Dämmschüttungen. Damit erhält man bei Einsatz der Hanf-Leichtlehmschüttung einen verbesserten Luftschallschutz. Die Faserstruktur des Hanfes ist darüber hinaus "schallverzehrend", was den Luftschallschutz weiter verbessert. Andererseits ist die Hanf-Leichtlehmschüttung deutlich leichter als z.B. eine schwere reine Lehm-Deckenschüttung, was die Decke statisch entlastet.
Einen guten Trittschallschutz erhält man dadurch erst einmal nicht. Dieser wird erst durch den Einsatz von 'Hanf-Trittschall-Dämmfilzen' erreicht.
Im folgenden zwei Beispiele, die den genauen Aufbau der sanierten Holzbalkendecke zeigt.
Beispiel 1: sehr sparsamer Aufbau mit eingeschränktem Trittschallschutz
Die Schichten im Einzelnen
- 1 - Verkleidung:
Oft ist in der Altbausanierung diese Verkleidung (z.B. als Schalung und Putz bereits gegeben. Ansonsten wird diese Schicht bequemer erst nach Erstellung des Blindbodens (2) montiert.
- 2 - Blindboden (wird teilweise auch 'Fehlboden' genannt):
Das Aufbringen der 'Hanf-Leichtlehmschüttung' ist ohne Blindboden in der Regel nicht sinnvoll möglich. Selbst die leichtere Version hat schon ein spezifisches Gewicht von 200 kg/cbm. Schon bei einer Schütthöhe von 10 cm beträgt damit das Flächengewicht 20 kg/qm. Solch ein Gewicht sollte auf keinen Fall auf einer Deckenverkleidung aufgebracht werden. Dies macht den Einsatz eines Blindbodens zur Lastabtragung notwendig.
Für den Blindboden werden auf beiden Seiten Latten an die Balken geschraubt. Auf diese Latten wird der Blindboden gelegt. Die Last der Schüttung wird dadurch auf die Balken übertragen.
Der Blindboden wird am einfachsten mit Rauhspundbrettern hergestellt. Aber auch Plattenmaterialien sind möglich.
- 3 - Rieselschutz:
Der Einsatz eines Rieselschutz ist dringend zu empfehlen, da die Hanf-Leichlehmschüttung auch sehr feinstaubige Anteile hat.
- 4 - Hanf-Leichtlehmschüttung:
Die Hanf-Leichtlehmschüttung wird anschließend zwischen die Balken geschüttet und plan geharkt.
Leichtes Verdichten ist sinnvoll, um Lufteinschlüsse in der Schüttung zu beseitigen. Ein 100 l Sack Hanf-Leichlehmschüttung hat nach dem Ausschütten ein gelockertes Volumen von ca. 150 l. Erst mit dem Verdichten wird das Nennvolumen von 100 l wieder erreicht.
- 5 - Lagerhölzer, frei hängend:
Die Lagerhölzer für die Holzdielung werden in die Hanf-Leichtlehmschüttung gelegt. Sie werden nirgendwo befestigt, damit auch wirklich eine Entkoppelung stattfindet. Sie dienen lediglich dazu, die einzelnen Holzdielen miteinander zu verschrauben.'frei hängend' meint dabei, dass nach Verschraubung der Holzdielen die Lagerhölzer einfach nur im Dämmraum hängen.
Man kann es sich so vorstellen: Wenn alle Holzdielen auf den Lagerhölzern montiert sind, entsteht eine Platte, die so groß wie der ganze Raum ist und theoretisch frei hoch genommen werden kann, da sie keine Verbindung zum Untergrund hat.
- 6 - Hanf-Trittschall-Dämmfilzstreifen:
Die Hanf-Trittschall-Dämmfilzstreifen werden auf den Holzbalken befestigt (Tacker) und entkoppelen den folgenden Holzdielenboden von der Decke. Dadurch wird der Trittschall von oben sicher gedämpft.
Hanf-Trittschall-Dämmfilze haben sehr gute Trittschalldämpfungseigenschaften. Sie bekommen besonders gut zu tragen, wenn sie vollflächig auf einem steifen Untergrund montiert werden und oben mit einer starren Platte abgedeckt werden - wie es z.B. im zweiten Beispiel der Fall ist.
Bei Verwendung von Dämmfilzstreifen ist die Dämpfung allerdings nicht annähernd so gut. Die gesamte Wohnlast und der Holzdielenboden lastet auf den Dämmfilzstreifen. Bei einer typischen Holzbalkendecke beträgt die gesamte Dämmfilzfläche nur ca. 10-20% der gesamten Raumgröße. Folglich lastet auf den Dämmstreifen ein ca. 5-10 mal so großer Druck als bei der vollflächigen Variante. Daher besitzen die Dämmstreifen hier nur ein eingeschränktes Trittschall-Dämpfungsmaß.
Aus diesem Grund empfiehlt es sich die Schichtdicke der Dämmstreifen möglichst hoch zu wählen. Wenn möglich sollten dafür 20 mm (2 x 10 mm) gewählt werden (unter Druck sind es dann 17 mm). 10 mm sollten nicht unterschritten werden. Eine Schichtdicke bis zu 30 mm ist sinnvoll möglich.
Auch sollte darauf geachtet werden, die Balkenfläche möglichst vollständig mit Dämsmtreifen zu belegen. Die Streifenbreite beträgt 10 cm. Ggf. 2 Streifen nebeneinander auf den Balken montieren.
- 7 - Holzdielung:
Die Holzdielung wird auf die Hanf-Trittschall-Dämmfilzstreifen gelegt und mit den Lagerhölzern verschraubt.
Geeignete Behandlungsmittel (Öle und Wachse) für Ihre Holzdielung finden Sie hier: Holzbehandlung - Fußböden.
Alternativ zur Holzdielung sind auch andere geeignete Tockenestrichelemente wie z.B. OSB-Platten als oberer Abschluss denkbar.
Beispiel 2: Aufbau mit deutlich verbesserten Trittschallschutz
Der Aufbau ist dadurch allerdings etwas höher.
Für einige Schichten gilt das gleiche wie im
- 5 - Rauhspund:
Auf den Deckenbalken wird eine Rauhspundschalung aufgebracht. Diese bildet die feste Grundlage für den 'Hanf-Trittschall-Dämmfilz'.
- 6 - Hanf-Trittschall-Dämmfilz als Vlies:
Der 'Hanf-Trittschall-Dämmfilz' entkoppelt den folgenden Boden von der Decke. Dadurch wird der Trittschall von oben sicher gedämpft. Bei einer Dicke von 20 mm beträgt das Dämpfungsmaß Lw = 30 dB.
Für einen Aufbau mit 20 mm empfiehlt sich ein 2-lagiger Aufbau mit 10 mm-Vliesen.
- 7 - Rauhspund:
Die folgende Rauhspundlage bildet die Grundlage der schwimmenden Fußbodenplatte. Ggf. kann hier auch vollflächig trockene Schalung verwendet werden.
Bitte beachten: Diese Rauhspundlage wird nur aufgelegt. Sie wird nicht mit dem Untergrund verschraubt. - 8 - Holzdielung:
Der obere Abschluss wird durch Holzdielung erstellt. Diese wird auf die Rauhspundschalung geschraubt. Im Verbund mit dem darunter liegenden Rauhspund bildet die Holzdielung eine starre Scheibe, die auf dem Hanffilz schwimmt.
Geeignete Behandlungsmittel (Öle und Wachse) für Ihre Holzdielung finden Sie hier: Holzbehandlung - Fußböden.
Alternativ zu Rauhspund und Holzdielung sind auch andere geeignete Tockenestrichelemente wie z.B. OSB-Platten denkbar.
Weitere Informationen
Verarbeitung der Hanf-Leichtlehmschüttung als Hohlraumdämmung

Hanf-Leichtlehmschüttung zwischen
Lagerhölzern abziehen
Ergänzungsprodukte). Dieser kann auch leicht nachgebaut werden.Warum die Nachverdichtung?
Ein Sack enthält 100 Liter. Schüttet man ihn aus, kann man ein lockeres Schüttvolumen von 150 Liter erreichen. Dieses ist aber eine Täuschung. Durch das Einebnen (Harke oder Rechen) und das nachverdichten werden die Lufteinschlüsse eliminiert und das Material setzt sich auf sein ursprüngliches Sackvolumen.
Produkte zu diesen Beispielen
Rieselschutzpappe

| Rolle Breite | Rolle Länge | Preis pro | netto | incl. MWSt. |
|---|---|---|---|---|
| 100 cm | 66 m | Rolle à 66 qm | ||
| Preis pro qm |
150 g/qm
Hanf-Leichtlehmschüttung

| Spezifikation | Preis pro | netto | incl. MWSt. |
|---|---|---|---|
| 200 kg/cbm | 100 l-Sack | ||
| Preis pro cbm | |||
| 300 kg/cbm | 100 l-Sack | ||
| Preis pro cbm |
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Hanf-Trittschall-Dämmfilz als Dämmstreifen

| Dicke | Breite | Preis pro | netto | incl. MWSt. |
|---|---|---|---|---|
| 3 mm | 10 cm | Rolle à 10 lfm | ||
| 3 mm | 10 cm | Rolle à 25 lfm | ||
| 5 mm | 10 cm | Rolle à 10 lfm | ||
| 5 mm | 10 cm | Rolle à 25 lfm | ||
| 10 mm | 10 cm | Rolle à 10 lfm |
Rollen in 10 cm Breite
zur ProduktseiteHanf-Trittschall-Dämmfilz als Vlies

| Dicke | Breite | Preis pro | netto | incl. MWSt. |
|---|---|---|---|---|
| 3 mm | 1 m | Rolle à 10 lfm | ||
| 3 mm | 1 m | Rolle à 25 lfm | ||
| 5 mm | 1 m | Rolle à 10 lfm | ||
| 5 mm | 1 m | Rolle à 25 lfm | ||
| 10 mm | 1 m | Rolle à 10 lfm |
Rollen in 1,00 m Breite
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