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Aufbau einer Trocken-Trenntoilette

Skizze einer möglichen Trocken-Trenntoilette
Skizze einer möglichen
Trocken-Trenntoilette

Die Idee einer Trocken-Trenntoilette ist es, Urin und Fäkalien getrennt zu halten und dabei ohne Wasser auszukommen. Dazu soll das ganze noch möglichst geruchsfrei sein.

Daher besteht eine Trocken-Trenntoilette aus einer ganzen Reihe von Elementen, die - je nach dem was für ein Modell genau gewünscht wird - aufeinander abgestimmt werden müssen.

Folgende Elemente sollten für den Selbstbau genauer betrachtet werden:



Die Urinabtrennung mit passendem Toilettensitz

Urinabtrennung mit passendem Urinschlauch
Urinabtrennung mit
passendem Urinschlauch

Eine Trocken-Trenntoilette zeichnet sich dadurch aus, dass Fäkalien und Urin voneinander getrennt werden. Daher ist das Kernstück einer Trocken-Trenntoilette die Urinabtrennung.

Die Urinabtrennung ist ein in der Regel aus Kunststoff gefertigter Einsatz, der einfach in ein dafür vorgesehenes Loch einer oberen Abdeckplatte einer Selbstbautoilette eingehängt werden kann.

Im vorderen Teil befindet sich ein Urinsammler, der unten mit einem Stutzen endet auf dem z.B. ein passender Schlauch aufgesteckt werden kann. Damit es da nicht zu Passproblemen kommt wird die Urinabtrennung in der Regel mit einem passendem Schlauch angeboten. Es ist aber auch möglich eine Urinabtrennung ohne den Schlauch zu erhalten, falls eine andere Lösung für den Urin gewählt wird (z.B. Urinsammler direkt unter dem Stutzen).

Der hintere Teil besteht aus einem Loch für den Abgang der Fäkalien und des Toilettenpapiers.

Auch die Toilettensitze werden mit den Urinabtrennungen im Set angeboten. Dabei werden neben der in Schweden sehr beliebten Wärmesitzauflage aus Styropor auch Toilettensitze aus Sanitärkunststoff und aus Holz angeboten.

==> Urinabtrennungen, einzeln und im Set mit Urinschlauch und diversen Toilettensitzen.

Selbstverständlich kann auch ein eigener Toilettensitz verwendet werden. Bei der Auswahl und Montage einer eigenen Lösung sollte darauf geachtet werden, dass der Toilettensitz und -deckel möglichst dicht schließt. 100%ig dicht ist nicht nötig, aber die bei normalen WC's üblichen Abstände zwischen dem keramischen WC-Becken und dem Toilettensitz sind nicht sinnvoll, um Gerüche effektiv zu unterbinden.




Das Gehäuse

Selbstbaugehäuse mit eigenem Toilettensitz
Selbstbaugehäuse mit
eigenem Toilettensitz

Beim Gehäuse sind der Gestaltungsfreiheit erst einmal keine Grenzen gesetzt. Als Material bietet sich meist Holz an, allerdings ist das auch nicht zwingend. Holz sollte auf jeden Fall an der Oberfläche ausreichend geschützt werden, so dass auch Verschmutzungen leicht zu entfernen sind. Eine gut zu reinigende Oberfläche sollte hier sowieso selbstverständlich sein.

Allerdings kann das Gehäuse natürlich nicht komplett losgelöst betrachtet werden. Es soll ja eine bestimmte Funktionalität aufnehmen. Folgende Fragen sollten gestellt werden:

Zu einigen dieser Fragen gibt es noch Anmerkungen in den folgenden Abschnitten.

Grundsätzlich empfiehlt es sich mit dem Bau des Gehäuses erst zu beginnen wenn alle Zubehörteile (Urinabtrennung, Urinschlauch + Kanister, Fäkalien-Sammelbehälter, Abluftanschluss) vor Ort sind.


Eine Alternative zu einem Gehäuse-Selbstbau ist ein einfacher Gehäusebausatz wie das Im-Kubus.



Der Fäkalien-Sammelbehälter

Fäkalien-Sammelbehälter

Es wäre sicher schön, wenn aus der Komposttoilette fertiger Kompost entnommen werden kann. Dazu muss der Fäkalien-Sammelbehälter allerdings schon eine beachtliche Größe aufweisen, damit die hier gesammelten Fäkalien genügend Zeit für die Kompostierung haben. Es stellt sich aber die Frage, ob es Sinn macht, eine komplette Kompostierungsanlage in sein Haus einzubauen? Oder ob es nicht sinnvoller ist, den Fäkalien-Sammelbehälter regelmäßig zu leeren und die Kompostierung auf dem Komposthaufen (oder in einem geeigneten Komposter) stattfinden zu lassen. Für den Selbstbau ist dies sicher der einfachere Weg.

Trotzdem bleibt beim Fäkalien-Sammelbehälter die Frage nach der geeigneten Größe. Ein größeres Volumen ergibt längere Zeiträume zwischen 2 Leerungen. Allerdings macht ein größerer voller Eimer das Leeren auch irgendwann beschwerlich. Hier muss jeder selbst das passende Maß für sich finden. Erfahrungsgemäß sind Eimer von ca. 25 l gut handhabbare Größen.

Aber nicht nur das Volumen ist wichtig. Format (rechteckig oder rund) und die konkreten Maße, Länge x Breite (bzw. Durchmesser) und die Höhe sind entscheidend für den Bau des Gehäuses.

==> Fäkalien-Sammelbehälter, in verschiedenen Größen zur Auswahl

Wer sich selbst einen Eimer besorgen möchte, sollte beachten, auf jeden Fall einen Deckel dazu zu nehmen (für den Transport bei der Leerung) und das der Eimer gut tragbar ist (ausgeprägte Griffmulden oder Henkel).



Die Urinableitung

Urinkanister mit Schlauch und Überwurfring

Der interne Urinkanister
Die einfachste Lösung ist es sicher einfach einen Urinkanister direkt unter den Stutzen der Urinabtrennung zu plazieren. Das hat auch den Charme, dass kein zusätzlicher Platz für einen Urinkanister außerhalb des Gehäuses notwendig ist.
Bedacht werden sollte bei dieser Lösung aber, dass dies nur mit relativ kleinen Kanistern möglich ist, wenn nicht das Gehäuse übermäßig groß sein kann
Bedacht werden sollte auch, wir in diesem Fall der Füllstand des Urinkanisters gut überwacht werden kann. Es sollte im Gehäuse auf jeden Fall eine Aussparung vorgesehen werden, die einen einfachen Blick auf den Füllstand zulässt.


Der externe Urinkanister
Für ein größeres Füllvolumen kommt vor allem ein externer Urinkanister in Betracht. Der Urinschlauch wird am Stutzen der Urinabtrennung befestigt und von dort bis zur Öffnung des Urinkanisters geführt.
Dabei ist zu beachten, dass der Schlauch auf dem ganzen Weg mit Gefälle geführt werden soll. Ein Senke als Geruchsverschluss macht keinen Sinn, da sich ja in dem Schlauch sowieso nur Urin befindet. Es ist eher schädlich, weil es die Bildung von Urinstein und damit Verstopfung fördert.

Kanister bis zu 30 l stehen bei uns zur Auswahl.
Besonders beliebt sind die Urin-Flach-Kanister. Mit denen ist es möglich unter Einhaltung des notwendigen Gefälles den Urinkanister auf dem Bodenniveau zu plazieren und dabei trotzdem eine normale Sitzhöhe zu erhalten.

Egal für welchen Kanister Sie sich entscheiden, bitte darauf achten den passenden Überwurfring für die Schlaucheinführung mit zu bestellen. Die Größe ist abhängig vom Deckeldurchmesser und dem Schlauchdurchmesser.

==> div. Urinkanister und passende Überwurfringe


Weiterverwertung des Urins
Urin kann als Dünger sinnvoll weiterverwendet werden. Dazu muss der Urin stark mit Wasser verdünnt werden.
Der Ejektortank kann das ganz automatisch. Es ist ein Urinkanister, der an den Wasserhahn angeschlossen wird. Wird der Wasserhahn aufgedreht saugt das Wasser eine kleine Menge des Urins aus dem Kanister, so dass ein Urin-Wasser-Gemisch 1:8 versprüht wird.

==> Ejektortank, auf der Seite des Separett-Installationszubehörs.


Urinableitung über die Abwasserentsorgung
Sollte die Trocken-Trenntoilette an einem Platz stehen wo eine Abwasserrohr anliegt, so kann der Urin natürlich auch in die häusliche Abwasserentsorgung mit eingeleitet werden.
Auch in diesem Fall muss aus den oben bereits genannten Gründen der Urinschlauch bis in das Abwasserrohr mit Gefälle verlegt werden. Kein Geruchsverschluss einbauen!
Kritisch muss angemerkt werden, dass eine Einleitung in die Abwasserentsorgung nicht ganz so unproblematisch ist wie es auf den ersten Blick wirkt. Es kommt hierbei zu einer ständigen Durchmischung von Urin und Wasser durch andere Verbraucher. Dies ist leider eine gute Voraussetzung zur Bildung von Urinstein und kann im schlimmsten Fall zu Rohrverstopfungen führen. Das Problem ist sicher weniger problematisch, wenn die regelmäßige Wassermenge im Verhältnis zum Urin sehr hoch ist. Auch die Ablauf-Reiniger-Tabletten können hier sehr hilfreich sein. Siehe Verbrauchsmaterialien.



Geruchsfreiheit: Die Abluftanlage

Ventilatorset 230 V

Lüftungsrohrset

"Man riecht nur, was man in der Nase hat!" - Also muss darauf geachtet werden, dass Geruchsstoffe von der Toilette 'weggesaugt' werden und damit nicht in die Raumluft gelangen. Geruchsfreiheit entsteht also nur durch eine gut funktionierende Abluftanlage

Passive Abluftanlage?
Darunter versteht man eine Abluftanlage in der kein Lüfter eingebaut ist, der den Luftstrom antreibt. Der Luftstrom wird allein durch den Auftrieb der warmen Luft im Rohr erzeugt.
Diese Konstellation kann nur funktionieren wenn die Luft im Rohr wärmer als die Außenluft ist und die Abluftrohrführung möglichst geradlinieg und ohne Störung nach oben gerichtet ist. Und leider muss hinzugefügt werden, dass es dann auch hin und wieder Wetterlagen gibt, wo dieses Prinzip gar nicht funktionieren kann
Im Außenbereich kann dies eine akzeptable Lösung sein, allerdings empfehlen wir im Außenbereich eher auf eine noch einfachere Lösung zu setzen: Trocken­toiletten ohne Trennung. Im Innenbereich ist eine solche Abluftanlage nicht ausreichend.


Aktive Abluftanlage: Der Ventilator
Es gibt eine Reihe von fertig konfektionierten Ventilatoren, die sich sehr gut für den Selbstbau einer Trocken-Trenntoilette eignen:

==> Ventilatoren

Darüber hinaus kommen häufig auch diverse Eigenbaulösungen zum Einsatz. Sehr gut lassen sich dafür Computerlüfter (80 x 80 mm) verwenden. Sie können z.B. einfach von innen im Gehäuse vor dem Abluftausgang montiert werden. Allerdings sollte die Befestigung nicht steif am Gehäuse sein, da sonst Vibrationen entstehen können.
Will ich einen Computerlüfter im Rohr unterbringen, so muss das Rohr an dieser Stelle von 75 mm auf 100 mm geweitet werden. Am besten arbeitet es sich hier mit HT-Rohren - der 80 mm Computerlüfter passt genau in eine 100 mm HT-Rohr-Muffe.

Für größere Abluftanlagen mit mehreren angeschlossenen Trocken-Trenntoiletten wählt man eher einen etwas kräftigeren Lüfter. Dafür eignen sich ganz gut sogenannte Kanallüfter. Sie werden üblicherweise in 100 mm Rohre eingebaut. Eine Drehzahlregelung ist dabei vorteilhaft, da oft schon eine Teilleistung eines solchen Lüfters ausreichend ist.


Abluftrohrführung

Die Abluftrohrführung
Die Standardelemente der Abluftrohrführung haben einen Durchmesser von 75 mm. Dies ist auch fast immer völlig ausreichend.
Der Durchmesser kann auch durch ein Adapterstück auf 100 mm erweitert werden. Das ist manchmal notwendig zur Installation eines 100 mm-Lüfters (s.o.).
Statt Lüftungsrohren kann auch HT-Rohr verwendet werden.

Die Abluftrohrführung sollte möglichst einfach und geradlinieg sein: So wenig Knicke wie möglich; möglichst 45°-Bögen; bei 90°-Bögen nur kantenfreie Bögen verwenden.

Die einfachste Rohrführung ist es, direkt hinter der Toilette direkt durch die Wand zu gehen. Dabei sollte aber bedacht werden, dass dort wo das Rohr endet sehr unangenehme Gerüche auftreten werden. Daher ist dies Lösung in der Regel nicht sinnvoll.

Besser ist es das Abluftrohr direkt nach oben zu führen. Das führt in der Regel zu einem Dachdurchbruch. Wer diesen vermeiden will geht so vor wie auf der nebenstehenden Skizze: 45°-Bogen zur Wand hin / Rohrstück quer durch die Wand durch / 45°-Bogen um wieder in die Senkrechte zu gelangen.
Bitte beachten: Bei dieser Rohrführung befindet sich ein längeres Rohrstück im Außenbereich. Dies kann in der kalten Jahreszeit zu Kondensat im Rohr führen. Abhilfe schafft hier eine Rohrdämmung im Außenbereich oder ein Kondensatsammler.

==> Abluftrohre, Bögen und Zubehör